Sich von der Masse abheben, oder doch lieber in ihr mitschwimmen?

Veröffentlicht am 3. Juni 2022 um 14:01

Sich von anderen abzuheben, gibt irgendwie ein positives Gefühl.
Eine Wortwahl wie „in der Masse untergehen“ erhöht den Druck, sich von anderen abheben zu müssen.
Sind Menschen, die „in der Masse schwimmen“, träge und unsichtbar?

 

Was bedeutet es, sich von der Masse abzuheben?

Abheben kann man sich nur, wenn man scheinbar anders ist, als die anderen. Das kann alle wahrnehmbare Reize betreffen. Mit Äußerlichkeiten kann man sich, ebenso wie mit seinem Verhalten, von anderen unterscheiden, und damit positiv oder negativ auffallen.

 

Warum findet man Menschen, die auffallen, interessant?

Man will und muss Menschen, die einem begegnen, einschätzen. Welches Verhalten oder Persönlichkeit sie haben oder haben werden. Ganz banal, um ein Sicherheitsrisiko zu erkennen, oder erwünschte Kontakte zu knüpfen. Welches eigene Verhalten in dieser Situation gerade passend ist, und abzuwägen, was passiert, wenn man sich nicht passend verhält.
Durch Äußerlichkeiten oder Verhalten, drücken Menschen ihre eigene Persönlichkeit aus, oder die momentane Stimmung. Daher kann man auch in Sekundenschnelle Menschen anhand des äußeren Eindrucks einordnen. Sobald jemand durch das Raster fällt, schaut man genauer hin. Wie wirkt diejenige Person auf einen und andere. Fast automatisiert projiziert man die ungewohnten Attribute auf sich selbst, und bewertet den positiven oder negativen Nutzen. Auch im Bezug auf die Wirkung auf andere Menschen.
Personen, die auffallen, provozieren bewusst oder unbewusst Reaktionen anderer Leute. Sie werden aber in jedem Fall wahrgenommen.
Möglicherweise gibt es einen Drang des Menschen, wahrgenommen werden zu wollen. Wer wahrgenommen wird, hat mit höherer Wahrscheinlichkeit ein geringeres Sicherheitsrisiko durch eine schützende Gemeinschaft. Das lässt sich zwar so nicht 1:1 auf die heutige Gesellschaft anwenden, da es leider immer Teile einer Gemeinschaft gibt, die nicht schützend sind, es gehört aber zur ureigenen Überlebensstrategie der Menschheit, in kleinen oder größeren Gemeinschaften zusammen zu leben, die Schutz bieten.

 

Was vermitteln Medien und die Werbung?

Es werden schon längst nicht mehr nur Produkte verkauft, es werden Emotionen verkauft. Es wird mit Assoziationen und Reizen gespielt. Gedankengänge werden unbewusst geleitet. Unternehmen verwenden dabei beide Strategien.
Wenn man ein bestimmtes Produkt kauft, welches viele andere nicht haben, hebt man sich ab, weil man auffällt, und andere darüber reden oder denken. Das ist es, was anspricht, weil man wahrgenommen werden möchte.
Wenn man ein bestimmtes Produkt kauft, für das suggeriert wird, es habe schon gefühlt JEDER, gehört man endlich auch dazu, und ist Teil einer „Community“. Das gute Gefühl, etwas mit vielen Menschen gemeinsam zu haben, wird gleich mit verkauft. Hier gibt das Mitschwimmen in der Masse, wie schon erwähnt, unbewusst Sicherheit durch die Zugehörigkeit einer Gemeinschaft.

Unternehmen machen diese Marketingvarianten möglicherweise aber nur davon abhängig, um welches Produkt es sich handelt. Ein (scheinbar) günstiges Massenprodukt soll sich auch an Massen verkaufen. Da wäre es merkwürdig, eine Marketingstrategie zu betreiben, sich mit einem Massenprodukt aus einer Masse abzuheben zu wollen. Ebenso kann ein teures Produkt, das sich vielleicht nicht jeder kauft, leichter mit dem Gefühl, damit aus der Masse herauszustechen, verkauft werden.

 

Fazit

Sich abzuheben, oder in der Masse zu schwimmen, ist eine Marketingstrategie, mit der man viel Geld verdienen kann. Mittlerweile gibt es eine so große Fülle an Angeboten, sich abheben zu können, dass der Druck auf einzelne Menschen zunimmt, nach immer einzigartigeren Dingen zu streben, um sich noch abheben zu können.

Im Grunde gibt es aber gar keine Masse, die gleich ist, und von dieser man sich abheben kann. Alle Menschen sind unterschiedlich, und keiner ist dem anderen gleich. Man sortiert und ordnet Merkmale, die unterschiedlich, aber ähnlich sind, in „Schubladen“. Jeder Mensch hat aber seine eigenen „Schubladen“, in die man nicht hineinschauen kann. Daher fällt man dem Einen auf, dem Anderen aber nicht. Der Eine findet es gut, der Andere nicht. Äußerlichkeiten oder Verhalten fallen rein subjektiv und individuell auf, nicht pauschal.
Man kann gewiss sein, dass man so oder so in der Realität wahrgenommen wird, auch wenn man nicht auffallen möchte.
Die Frage ist eher, wie man sich wohler fühlt, ohne sich beeinflussen zu lassen.

 

PS.
Wer jetzt immer noch nach immer einzigartigeren Dingen sucht, schaut mal in unserem Shop vorbei! Das fällt auf jeden Fall auf :))

 


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